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Die europäische Medienlandschaft

1. Medientrends: EU27 Land für Land

Übersicht Industrie

Die meisten Mediensysteme in Westeuropa entstanden Mitte der 1940er-Jahre und während des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg; ihre osteuropäischen Pendants dagegen während der frühen 1990er-Jahre und nach dem Fall des Kommunismus. Hier führte die Öffnung der Märkte zu einer dynamischen Medienkultur, als fortschrittliche junge Journalisten den sowjetischen Führungsstab verdrängten. Viele davon kämpfen jedoch unter wiederauflebendem politischen und wirtschaftlichen Druck erneut für ihre Freiheit.

Die heutige Medienlandschaft Europas ist im geografischen ebenso wie im technologischen Sinne durch verschwommene Grenzen gekennzeichnet. Das, was mit Radio Luxembourg und dessen Ausstrahlung über die Grenzen hinweg begonnen hat, ist inzwischen ein weltweites Phänomen, da die Medien dem Sog der Globalisierung und Digitalisierung folgen. Gleichzeitig ruft die Vereinigung von Nachrichten und Unterhaltung jedoch eine schleichende 'Boulevardisierung' hervor.

Während der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts konnten allein CNN und BBC sich eines wirklich internationalen Publikums rühmen. Durch das Aufkommen von YouTube und Online-Ausstrahlung, wurde das 'one-to-many'-Prinzip durch das 'many-to-many'-Prinzip abgelöst. Dies bietet „neue Möglichkeiten für die Ausweitung der persönlichen Freiheit, der kulturellen Vielfalt, der politischen Debatte und der Gerechtigkeit“, meint Yochai Benkler. „Diese Entwicklung ist jedoch keineswegs unabwendbar: Ein systematischer Kampf für den Erhalt der etablierten industriellen Informationswirtschaft des letzten Jahrhunderts gefährdet die vielversprechende vernetzte Informationslandschaft, die gerade entsteht.“

In dieser neuen Kommunikationswelt sind ideologische Kontroversen nicht länger den Journalisten, Professoren und Politikern vorbehalten. Lose Netzwerke engagierter Blogger haben nun die Macht entwickelt, gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen. Aber ebenso bekommen wohlhabende Laienjournalisten die Möglichkeit, Zeit und Geld in ihre eigenen sozialen oder politischen Ziele zu investieren.

Pflicht, Qualität und Freiheit

Neue Trends haben der Journalismusbranche nicht nur Nutzen gebracht. Der Aufstieg von freien Inhalten und neuen Plattformen bringt im Zusammenspiel mit einer aufkommenden Vorliebe für Interaktivität neue Arten von Nachrichten- und Unterhaltungskonsum hervor. Das Ergebnis: Die alten Muster genügen nicht mehr, um die Bandbreite des uns bekannten Qualitätsjournalismus zu erhalten.

Nur die innovativsten Anbieter mit treuer Gefolgschaft – wie z. B. The Economist und Financial Times – können weiterhin einen Preis für ihre Inhalte verlangen; jedoch auch dann nur auf der Basis von 'Freemium'-Modellen. Andere, wie z. B. The Times of London, haben bis zu 90 Prozent ihres Online-Publikums verloren, nachdem sie Paywalls errichtet haben.

Unterdessen werden viele eigentliche Qualitätszeitungen und -kanäle beschuldigt, zur Verdummung beizutragen, indem sie in ihren Veröffentlichungen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner abzielen, weil sie so ihre Quoten und Gewinne abstützen und erhöhen wollen. So ähnlich zeigt sich das Bild für die europäischen öffentlich-rechtlichen Anstalten, wenn auch weniger extrem. Auch sie sehen sich unter wachsendem Druck, ihre Qualität durch Geld zu demonstrieren. Um diesen Druck während der Finanzkrise zu mindern, haben die Regierungen, besonders in Frankreich und Schweden, mit der Europäischen Kommission zusammengearbeitet, um die Subventionsbeschränkungen für die Medien zu überarbeiten und zu lockern.

Manche beklagen das Ende des 'goldenen Zeitalters' des Journalismus, das in Westeuropa und den USA theoretisch von den frühen 1960er-Jahren bis in die 1990er-Jahre reicht. Andere wiederum lehnen die Aussage ab, dass solch ein 'goldenes Zeitalter' jemals existiert hat und rühmen im Gegenzug die Fülle von Netzwerken und das 'demokratisierende' Potenzial der Blog-Gemeinschaft.

Die europäische Medienlandschaft ist hoch komplex: Manche Sektoren sind stark fragmentiert, während andere sich in den Händen von wenigen wohlhabenden Einzelpersonen befinden und konzentrieren. Dem Journalismus steht im Bezug auf Gesamtqualität, Wirtschaftlichkeit und Unabhängigkeit ganz eindeutig eine ungewisse Zukunft bevor. Trotz der vielen Probleme ist die Presse nirgendwo freier als in Europa. Die ersten 10 Plätze auf der Rangliste der Pressefreiheit 2009 der Reporter ohne Grenzen ist durchweg von europäischen Ländern belegt.

Die gesamte Medienlandschaft

EU27-Staaten + 14 Nachbarstaaten, verfügen je über folgende Organe:

  • Traditionelle Medien
  • Printmedien
  • Radio
  • Fernsehen
  • Kino
  • Telekommunikation
  • Neue Medien
  • Online-Medien
  • Digitale Medien
  • Medienorganisationen
  • Nachrichtenagenturen
  • Gewerkschaften
  • Staatliche Medienpolitik
  • Mediengesetze
  • Haftungssystem
  • Aufsichtsbehörde
  • Medienquellen
  • Schulung und Betreuung
  • Hauptquellen für ausführliche Information
  • Entwicklungstrends
  • Referenzen

Vereinigung europäischer Journalisten

Internationale Journalisten-Föderation

Liste der EU27-Vertretungen

Liste der EU-Delegationen weltweit

Informationszentrum des Europäischen Auswärtigen Dienstes

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