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Mehrsprachigkeit

1. Einführung

Sprache und Identität hängen sowohl bei einzelnen Personen als auch bei ganzen Kulturen sehr eng miteinander zusammen und werden anhand historischer Entwicklungslinien voneinander abgegrenzt. Richtig angewandt, bringt Mehrsprachigkeit Europäer einander näher: „in Vielfalt vereint“. Dieses Motto passt sehr gut zur Lissabon-Strategie für Wohlstand und soziales Zusammenwachsen.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die EU-Mehrsprachigkeitspolitik drei Ziele:

  1. Bürger dazu zu ermuntern, mehr Sprachen zu lernen und zu verwenden und dadurch das gegenseitige Verständnis zu verbessern;
  2. Die Bedeutung von Sprachenkenntnissen und Mehrsprachigkeit für die europäische Wirtschaft herauszustellen und neue Wege zu deren weiterer Entwicklung zu suchen;
  3. Sicherzustellen, dass alle Bürger der EU zu Rechtsprechung, Verfahren und Informationen in ihrer eigenen Sprache Zugang haben.

2008 bestand die EU aus 500 Mio. Bürgern in 27 Staaten mit 3 Alphabeten, 23 offiziellen und 60 regionalen Sprachen.

Über 40 Mio. Menschen in regionalen Gruppen überall in Europa sprechen Minderheitssprachen. Die meistverbreitete Muttersprache ist Deutsch; Englisch ist die am meisten gesprochene Zweitsprache in der EU.

Jenseits von Europa

'Europäische Weltsprachen' werden auch auf anderen Kontinenten als Mutter- oder Zweitsprachen gesprochen und bilden dort vielfältige neue Varianten aus, die sich dann wiederum auf die Muttersprachen in Europa auswirken. So nutzen z.B. Australien, Indien und der größte Teil Nord- und Südamerikas Englisch, Französisch, Portugiesisch oder Spanisch – oder auch Kombinationen dieser Sprachen – als offizielle Sprachen.

2006 hat das Europäische Parlament die strategische Bedeutung dieser europäischen Weltsprachen „als Vehikel der Solidarität, Zusammenarbeit und wirtschaftlicher Investitionen“ hervorgehoben. Es forderte, dieses Konzept als „eine der wichtigsten Leitlinien der europäischen Mehrsprachigkeitspolitik“ einzusetzen.

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