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Entwicklung

5. Humanitäre Hilfe

Das Europäische Amt für humanitäre Hilfe, das auch unter der Abkürzung "ECHO" bekannt ist, leistet humanitäre Hilfe der EU an Entwicklungsländer. 2006 belief sich sein Budget auf 671 Mio. Euro, von denen 48% on die AKP-Staaten flossen. ECHO organisiert Hilfe in Notfällen und unterstützt die Opfer von Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten.

Die Aufgabe von ECHO besteht darin, die Notversorgung und technische Unterstützung in Krisensituationen schnellstmöglich bereitzustellen. Die Versorgungsgüter bestehen z.B. aus unentbehrlichen Ausrüstungsgegenständen, Nahrungsmitteln, medizinischen Geräten, Arzneimitteln und Treibstoff. Als Dienstleistung stellt ECHO unter anderem Ärzte, Wasseraufbereitungsfachleute und logistische Unterstützung bereit. Die Güter und praktischen Hilfsleistungen werden von ECHO-Partnerorganisationen in die Krisengebiete gebracht.

Seit seinem Start im Jahr 1992 hat ECHO humanitäre Hilfen in über 85 Ländern finanziert. Seine Beihilfen in Höhe von über 700 Mio. Euro pro Jahr decken Notfallhilfe, Lebensmittelhilfe und Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene ab.

Die Vergabe von ECHO-Mitteln beruht auf der Evaluierung der humanitären Bedürfnisse der von einer Krise betroffenen Bevölkerung. Dazu wird eine weltweit übliche Methode angewendet, welche die einzelnen Länder nach dem Grad ihrer Schadensanfälligkeit und der Schwere einer aktuellen Krisensituation einordnet. Besondere Aufmerksamkeit widmet die EU auch den „vergessenen Krisen“, d.h. Notlagen, über welche die Medien kaum Bericht erstatten und die nur wenig internationale Unterstützung erhalten.

Auf einer internationalen Geldgeberkonferenz im April 2009 hat die EU beispielsweise zusätzliche 48 Mio. Euro für die humanitäre Hilfe an Somalia bereitgestellt – ein Land, das seit fast zwei Jahrzehnten keine zentrale Regierung mehr hat. Die Linderung der Not in Somalia bleibt eine besonders schwierige Aufgabe. Hilfsorganisationen bemühen sich darum, die geschätzten 3,2 Mio. Menschen zu erreichen, die unter einer Kombination aus Hunger, bewaffneten Auseinandersetzungen, Dürre, Fluten und Seuchen leiden.

Die humanitäre Hilfe der EU ist insofern unpolitisch und neutral, als sie unmittelbar den betroffenen Menschen ungeachtet ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Religion oder politischer Einstellung zu Gute kommen soll. Trotz ihrer Absicht, die verwundbarsten Krisenopfer zu unterstützen, sah sich ECHO von Beginn an immer wieder Vorwürfen ausgesetzt, es sei zu stark politisiert und interventionistisch.

Der international führende Think Tank International Crisis Group argumentierte in einem Papier von 2001, dass politische Prioritäten praktisch unausweichlich immer dann Einzug in die humanitäre Hilfe halten, wenn die Ressourcen begrenzt sind und den Bedarf bei weitem nicht decken können.

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