Der Klimawandel
1. Einleitung
Das irdische Klima ist seit eh und je fließenden Veränderungen unterworfen – zu früheren Zeiten wegen natürlicher Ursachen, zum Beispiel in den großen Eiszeiten. Heute werden mit dem Begriff Klimawandel die klimatischen Veränderungen in den vergangenen 100 Jahren beschrieben. Die Wissenschaft ist sich stets mehr einig, dass diese Veränderungen und der im restlichen 21. Jahrhundert anstehende Wandel zum größten Teil die Folgen menschlicher Tätigkeit sind und weniger auf die natürlichen Veränderungen in der Atmosphäre zurückzuführen sind. Die überwältigende Mehrheit der Forschung glaubt, dass die Treibhausgase, die der Mensch zusätzlich zur Natur erzeugt hat, die größte Bedrohung des Klimas darstellen.
Die Hauptursprünge menschlicher Treibhausgase sind:
- Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Stromerzeugung, im Verkehr, in der Industrie und in den Haushalten,
- Landwirtschaft und Landschaftsveränderungen, zum Beispiel durch Abholzungen,
- Abfalldeponien auf dem Land,
- Benutzung industrieller fluorversetzter Gase.
Die vermehrte Verbrennung fossiler Brennstoffe und Landschaftsveränderungen setzen zunehmende Mengen von Treibhausgasen in die irdische Atmosphäre frei. Diese Treibhausgase beinhalten Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) sowie nicht zuletzt Stickoxide (N20). Die Zunahme dieser Gase hat dazu geführt, dass die Hitze der Sonne, die von der Atmosphäre der Erde gesperrt wird, steigt. Diese Hitze würde normalerweise in den Weltraum zurückgeworfen. Die steigenden Temperaturen sind der Verursacher des Treibhauseffektes, der letzten Endes den Klimawandel bewirkt hat.
Die Hauptkennzeichen des Klimawandels sind eine Zunahme der mittleren Erdtemperatur (globale Erwärmung), veränderte Wolkendecken und Niederschläge, vor allem über dem Land, das Schmelzen der Pole und Gletscher, weniger Schnee, eine Zunahme der Temperatur und des Säuregrades der Ozeane wegen der Aufnahme der Hitze und des Kohlendioxids aus der Atmosphäre durch das Meereswasser.
Die durchschnittliche Erdtemperatur ist seit 1850 um 0,76°C gestiegen, wobei Europa sich rascher als der Durchschnitt, um fast 1°C, erwärmt. Die elf wärmsten Jahre sind die Jahre seit 1995 gewesen.
Um die Folgen für das Klima zu senken, müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen erheblich gebremst werden. Die Europäische Union hält den Klimawandel für eine der bedeutendsten ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Bedrohungen des Planeten und strebt ein konstruktives weltweites Abkommen zur Kontrolle des Klimawandels an. Sie unternimmt bereits selbst eine Reihe weitreichender Maßnahmen.
Konsequenzen
Der jüngste Klimawandel erfolgte in einem ähnlichen Rhythmus wie der heutige vor rund 125.000 Jahren und ließ den Meeresspiegel um 4 bis 6 Meter steigen (European Environment Agency) .
Die Wissenschaftler sind sich über die weltweiten Folgen des Klimawandels nicht einig. Einige behaupten, der Klimawandel werde tiefgreifend unser Leben ändern und dass wir uns auf einen wärmeren Planeten einstellen müssen, andere wiederum, dass der Wandel eine Katastrophe für den Planeten sein wird.
[Das Forum der Regierungen zum Klimawandel (IPCC) wurde 1988 zur Auswertung der Informationen über den Klimawandel und dessen Folgen ins Leben gerufen.
Es herrscht ein allgemeiner politischer Konsens, dass die Durchschnittstemperaturen nicht um 2°C über dem vorindustriellen Stand liegen sollten, damit schwere Folgen vermieden werden.
Die IPCC vierter Auswertungsbericht prognostiziert, dass mangels konzertierter weltweiter Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen die Durchschnittstemperatur der Erdoberfläche um weitere 1,8-4,0°C bis zum Jahr 2100 und um bis zu 6,4 % im schlimmsten Fall steigen wird. Die Erwärmung des Klimasystems ist ein Fakt, der durch die Feststellung der steigenden weltweiten Luft- und Ozeantemperaturen, die großflächige Schnee- und Eisschmelze und den steigenden Meeresspiegel erhärtet wird (IPCC).
Die prognostizierte globale Erwärmung in diesem Jahrhundert wird voraussichtlich schwere Konsequenzen für den Menschen und andere Lebensformen haben, u.a. den Anstieg des Meeresspiegels um 18 und 59 cm. Dies ist eine Gefahr für Küstenzonen und kleine Inseln. Extreme Wetterverhältnisse werden noch intensiver und häufiger auftreten.
Setzt der Klimawandel sich fort und wird nicht schnell umgekehrt, könnte der europäische Kontinent Überschwemmungen erleiden. Größere Häfen und Städte können letztendlich verschwinden. Die Erwärmung könnte der Landwirtschaft in den südlicheren europäischen Regionen erheblichen Schaden zufügen und letzten Endes für das menschliche Leben fatal sein.
Die Entwicklungsländer in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika werden jedoch voraussichtlich die schwersten Folgen des Klimawandels zu tragen haben. Die armen Länder, die schon heute unter hohen Temperaturen, Dürren und Nahrungsknappheit leiden, werden besonders empfindlich getroffen. Sie werden nicht die Finanzmittel für Reaktionen auf Klimakatastrophen haben.
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Chapters
- 1. Einleitung
- 2. Globale Antwort
- 3. EU-Reaktionen
- 4. Unterstützung der Entwicklungsländer
- 5. Technologische Antworten
- 6. Key policy makers and contacts