Informationsgesellschaft und Medien
1. Die Revolution der Informationstechnologie
In den vergangenen zwanzig Jahren hat die Entwicklung der Informationstechnologie die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, dramatisch verändert. Dieser Wandel, vergleichbar der industriellen Revolution im 18. und 19. Jahrhundert, bedeutet für Europa einen Richtungswechsel hin zu einer wissensbasierten Ökonomie.

Noch in den frühen 90er Jahren waren Mobiltelefone eine technische Neuheit, und das Internet begann sich gerade erst zu entwickeln. Heute sind Information and Communication Technologies (ICTs) wie diese unverzichtbar geworden und berühren fast alle Aspekte des Alltagslebens: In Krankenhäusern, auf den Straßen und anderswo retten sie Leben; sie dienen dem Umweltschutz, fördern Schule und Bildung, und helfen beim Bürokratieabbau; sie haben die Medienindustrie umgewälzt; sie revolutionieren die Art, wie die Menschen arbeiten und miteinander kommunizieren.
Informationstechnologie (IT) ist ein bedeutender Faktor für die weitere Modernisierung Europas. Fortschritte auf diesem Sektor ziehen auch Innovationen in allen anderen Wirtschaftsbereichen nach sich: 50% des allgemeinen Produktivitätszuwachses gehen auf das Konto der Informationstechnologie. Sie spielt eine wichtige Rolle für den Wandel in der Industrie und auf dem Dienstleistungssektor – von Gesundheit bis hin zur gesellschaftlichen Integration, von der regionalen Entwicklung bis hin zum Umweltschutz und der Förderung kultureller Vielfalt. Die steigende Nachfrage nach medizinischen Leistungen und sozialer Betreuung kann ohne Informationstechnologie nicht befriedigt werden; das gleiche gilt für die Modernisierung der wichtigsten öffentlichen und privaten Dienstleistungen, darunter Aus- und Weiterbildung, Sicherheit, Energie, Verkehr und Umwelt.
Die Informationstechnologie ist einer der dynamischsten Wirtschaftsbereiche mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten und starker Forschungsaktivität. Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts sind Computer und IT-Dienstleistungen aufgrund von Innovationen billiger geworden und haben deshalb in der gesamten Wirtschaft weite Verbreitung gefunden.
Die Computer-, Telekommunikations- und Medienindustrien Europas wachsen langsam zusammen. Beispiele dafür sind neue Anwendungen wie Video auf Abruf, Internet-Fernsehen, Musik- und Filmdownloads, Internet-Telefonie und mobiler Fernsehempfang. Diese Konvergenz stimuliert Wachstum, das vor allem in Form von neuartigen Diensten zu erwarten ist: Innovative Online-Angebote, Online-Spiele, personalisierte Dienste und Peer-to-Peer-Technologien sollen den europäischen Konsumenten Vorteile bringen.
Die digitale Konvergenz eröffnet zahllose Möglichkeiten für innovative Unternehmen. Ungeachtet dessen bringt der konvergierende Markt jedoch auch neue Herausforderungen mit sich. Zu deren wichtigsten gehören die Interoperabilität und Kompatibilität auf Netz-, Geräte- und Inhaltsebene, die effiziente Zuweisung von Funkfrequenzen für neue drahtlose Technologien und der ungehinderte Zugang zu Inhalten. All das bringt neue Aufgaben für Regulierung und Politik mit sich.
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Chapters
- 1. Die Revolution der Informationstechnologie
- 2. Regulierung, Forschung, Förderung
- 3. Das i2010-Programm
- 4. Reform der Telekommunikations-Regulierung
- 5. Roaming: Internationales Telefonieren mit dem Handy
- 6. Audiovisuelle Medien ohne Grenzen - MEDIA 2007
- 7. Key policy makers and contacts