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Wissenschaft & Forschung

1. Wettbewerbsfähig bleiben

Wissenschaft, Forschung und technische Entwicklung tragen dazu bei, Arbeitsplätze zu schaffen, Wohlstand und Lebensqualität zu fördern. Die Europäische Forschungspolitik will „Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen organisieren, nationale und europäische Politiken koordinieren, Forschungsnetzwerke fördern und die Mobilität von Forschern und Ideen steigern, um die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Europäische Forschung begann 1956 mit dem Euratom-Vertrag. Sie konzentrierte sich zunächst auf Nuklearforschung. In anderen Bereichen kam sie nur langsam voran und erst in den frühen 80er Jahren einigte man sich auf das erste Forschungsrahmenprogramm (Esprit) für die Jahre 1984 bis 1994. Seit 1984 haben sechs Rahmenprogramme die europäische Forschung gefördert und koordiniert. Das neueste, siebte Forschungsrahmenprogramm, läuft von 2007 bis 2013 und soll vor allem Wachstum und Arbeitsplätze schaffen.

Die EU ist heute führend in vielen Technologien. Doch diese Position wird nicht nur von den traditionellen Konkurrenten USA und Japan gefährdet, sondern auch von neu entstehenden Wirtschaftsmächten wie China, Indien und Brasilien.

Obwohl Forschung auf der europäischen Tagesordnung sehr weit oben steht, hat sich das lange nicht in einem größeren Budget für Wissenschaft und Forschung niedergeschlagen. Nach Erkenntnissen von Eurostat, wurde in den letzten Jahren in Europa 1,9 Prozent des Bruttosozialprodukts für Forschung ausgegeben. In den USA waren es 2,7 Prozent, in Japan 3,2 Prozent. China erreichte 2005 1,3 Prozent. In den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU gibt es große Unterschiede. Schweden und Finnland investieren mehr als 3,5 Prozent ihres Bruttosozialprodukts in Forschung, Zypern und Rumänien nur 0,4 Prozent.

Misst man jedoch das Innovationspotential, hat die EU in den letzten fünf Jahren zu den USA aufgeschlossen (siehe European Innovation Scoreboard 2006 ). Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland gelten nicht nur unter den EU-Mitgliedern sondern weltweit als Vorreiter in Sachen Innovation, da sie überdurchschnittlich viel in diesen Bereich investieren.

Bis 2010 strebt die EU als Teil der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung an, das Forschungsbudget der Mitgliedstaaten auf durchschnittlich drei Prozent des Bruttosozialproduktes zu erhöhen.

„Das Forschungsrahmenprogramm für die kommenden sieben Jahre wird umfangreicher und innovativer sein. Europa wird auf seinem Weg hin zur Wissensgesellschaft immer stärker auf Forschung angewiesen sein, sagte Kommissar Janez Potocnik im Januar bei der Präsentation des siebten Forschungsrahmenprogramms. Ohne dynamischen wissenschaftlichen Fortschritt wird es in Europa kaum Wachstum und neue Jobs geben. Weniger innovative Produkte und Dienstleistungen würden entstehen, die europäische Unternehmen in einer globalisierten Welt wettbewerbsfähig machen können, wie es die Lissabon-Strategie aufzeigt.

In jüngster Zeit hat die Europäische Union die Innovationsförderung beschleunigt. Die neuste Wissenschaftsagentur, der Europäische Forschungsrat, wurde Anfang 2007 gegründet, um Grundlagenforschung für neue Technologien zu fördern, die Europa wettbewerbsfähig halten. Der Forschungsrat hat bis 2013 ein Budget von 7,5 Milliarden Euro. Sein Vergabeausschuss aus 22 anerkannten Wissenschaftlern fördert Forscher, die in Europa arbeiten, und Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Naturwissenschaft, Technik, Sozial- und Humanwissenschaften. Das Geld wird für Forschungen in Naturwissenschaften, neuen Technologien, Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften eingesetzt. Der EFR möchte vor allem Kreativität, Risikofreude und junge Talente fördern.

Eine andere neue Initiative, das Europäische Technologieinstitut, wird seine Arbeit 208 aufnehmen.

Die EU-Forschungspolitik hat zwei Aspekte: 1. Bis 2010 soll der europäische Forschungsraum besser vernetzt sein und ein Binnenmarkt des Wissens entstehen; 2. Die Forschungsrahmenprogramme sind die Finanzinstrumente, die dabei helfen sollen.

Weitere Informationen über die Forschungspolitik in der EU sind auf der Website der EU-Kommission zu finden, oder beim Europäischen Forschungszentrum , das geschaffen wurde, um unabhängige wissenschaftliche und technische Unterstützung für die Konzeption, die Entwicklung, die Umsetzung und die Kontrolle der europäischen Forschungspolitik bereitzustellen – im Interesse aller Mitgliedsstaaten. Neueste Informationen über spezielle Aktivitäten in diesem Bereich bietet der Cordis-Informationsservice.

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