Den EU-Jargon knacken – und andere Tipps
In Brüssel arbeiten
Mit den Pressediensten aller EU-Institutionen, mindestens 12 000 Lobbyisten und einer Vielzahl von Organisationen, die mit der EU in Beziehung stehen, kann es für einen journalistischen Neuankömmling eine echte Herausforderung bedeuten, die Informationsflut zu bewältigen.
Das Mittagsbriefing der Kommission im Berlaymont-Gebäude wird von vielen als gute Möglichkeit angesehen, ihren Tag zu strukturieren. Es vermittelt eine Übersicht über die in der Kommission behandelten Themen und andere EU-relevante Fragen. Der Austausch mit Kollegen aus anderen Mitgliedsländern hilft, das Bild klarer zu machen. Bei fast 1000 Auslandskorrespondenten ist es einfach, ein Netzwerk mit Kollegen zu knüpfen. Der Mehrwert besteht darin, dass man sich einen Eindruck über die Relevanz eines Themas in den anderen EU-Ländern verschaffen kann.
Jeder Journalist muss dabei seine eigenen Schwerpunkte setzen. Selbst an einem ruhigen Tag kann kein Reporter alles behandeln, was gerade auf der Tagesordnung steht. Diese EU4Journalists web-site informiert darüber, wie die EU aufgebaut ist, wer die Hauptakteure sind und welche Themen wichtig sind; die Journalists at Your Service site hält auch gute Tipps für Neuankömmlinge in Brüssel bereit.
Akkreditierte Journalisten können sich auf die Presseverteiler setzen lassen, um die neuesten Informationen, Pressemitteilungen und Newsletter aus verschiedenen EU-Institutionen und der EU nahestehenden Organisationen zu erhalten. Das hilft sowohl den Brüsseler Korrespondenten als auch den Journalisten „von außen“, ihre Arbeit zu planen. Wenn man zum Beispiel weiß, wann ein Kommissionsbericht über Wasserstoffenergie erscheinen wird, kann man nach einem lokalen Aufhänger dafür suchen. Pressemitteilungen enthalten auch oft eine zitierfähige Stellungnahme des jeweiligen Politikers.